Archive für 2.11.2008

Tot ist tot. Aber… da war noch was…

bild-friedhof.jpgSaarlouis, 17.40 Uhr

Mein Patensohn Timo ist wieder heimgefahren. Er war von Freitagabend bis heute Morgen bei mir zu Besuch. Vor 11 Jahren haben wir uns in Neuwied kennen gelernt. Mittlerweile ist er 25, Jura-Student, ein fleißiger junger Mann, der seinen Weg gehen wird. Ich gestehe: Ich bin stolz auf ihn!

Heute Morgen haben wir über das Sterben und den Tod gesprochen. “Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber vor dem Sterben” sagt er und fügt an: “Wenn ich wüsste, dass ich schwer krank bin und elend leiden muss, dann würd ich den Partybus in die Schweiz nehmen und dann sollen die dort den Stecker ziehen!” - Ich war überrascht und dann diskutierten wir. Natürlich kann ich es verstehen, dass einer nicht leiden will, ich ja auch nicht. Schön wäre es, einfach über Nacht einzuschlafen, vom Schlaf zum Schlafes Bruder, dem Tod. Aber so ist das Leben ja nicht. Und danach? Tot ist doch tot. Gibt es noch was? Die andere Seite der Wirklichkeit.. ist so unklar, so nebulös. “Denk an den Tod!” ist eine Einladung, dem Tod nicht auszweichen, sondern ihn im Leben zu akzeptieren. Er gehört dazu. Es soll Forscher geben, die in der Biogenetik tätig sind, deren erlösender Ausruf lautet: “Endlich unendlich!” (Markus Hengstschläger, 2008; auch: “Die Macht der Gene”) - aber ist das unser Ziel? “Denk an den Tod!” ist eine Seite. Die andere aber lautet: “Wähle das Leben!” und “Carpe diem!” - nutze den Tag! Das ist unser Auftrag. Und das HIER und JETZT ist nur der Vorgeschmack auf die kommende Wirklichkeit? Alles fromme Sauce? Nein, Hoffnung, grundtiefe Hoffung!

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