Die Neidgesellschaft

dscn0673.JPGSaarlouis, 23.10. Rückblick.

Klaus Bolzano ist nach einer mühsamen Zugfahrt von Salzburg mit fünfmaligem Umsteigen dennoch gut in Saarlouis gelandet. Im Gepäck ein strahlendes Lachen, einen Vortrag ohne Manuscript und ein paar Bücher “Die Neidgesellschaft. Warum wir anderen nichts gönnen…” Unsere erste Station führt am 23.10. ans MPG.

dscn0675.JPG11.30 Uhr: Rund 120 Oberstufenschüler sind gekommen und lauschen seinem 1,5stündigen Vortrag. Er gewinnt mit Leichtigkeit die Zuhörerschaft, fesselt sie durch die Beispiele, spricht einfach und klar, dscn0667.JPGerklärt rasch Fachbegriffe der Medizin oder Psychiatrie und löst Interesse aus.

16.00 Uhr:
Treffen des Lesekreises. 10 Schüler des Max-Planck-Gymnasiums treffen sich bei mir im Wohnzimmer. Seit Wochen lesen wir bereits in seinem Buch. Nachdem sich die Schüler vorgestellt haben, spricht Bolzano, erklärt die Grundinhalte seiner Theorie, dass Neid eine Krankheit sei. Auch hier gebannte Zuhörer. Faszination. Die Rückmeldungen sind genial. “Man kann ihm sehr gut zuhören!” - Dass es nicht so dialogisch war, wie sonst, stört nicht weiter. Die “Typen” von Menschen, die von der Krankheit zwanghafter Nachahmung (”so sein wollen wie andere”, “ddscn0677.JPGas haben wollen, was andere haben”) betroffen sind, gibt es in den Formen “feindliche Geschwister”, “Sadisten” und “Masochisten”. Spannend aber noch eine andere Erfahrung: Yannick (rechts im Bild) moderiert das Treffen, souverän… Klasse!

dscn0690.JPG20.00 Uhr. Dillingen. Im Pfarr- und Jugendheim haben sich fast 40 Leute versammelt. Interessierte Erwachsene. Unter anderem ist noch mal ein Schüler vom Vormittag dabei. Nun geht Bolzano noch mehr auf die “Lösung” aus dem Neidverhalten ein: Sein eigenes “SELBST” entdecken, sein “ICH”, und dies kultivieren. Anderen tatsächlich verzeihen und sie nicht um etwas beneiden oder gar gewaltsam sich etwas aneignen wollen. Aber das geht nur mit der Entwicklung des eigenen ICH, das genährt wird vom Selbst-Bewusstsein und von der Selbst-Erkenntnis.

22.30 Uhr. Müde sitzen wir daheim bei einem Stück Brot, einem Glas Bier und reden über Gestalttherapie. Ein anstrengender Tag. Aber für ihn wie für mich ein Gewinn. Unsere Idee geht auf. Er kann mit diesem Thema die Menschen erreichen.

Heute, 24.10.2008
Der anstrengende Tag war gestern. Heute um 11.30 Uhr folgt “nur” der Vortrag am Robert-Schuman-Gymnasium. Auch dort warten ca. 120 Oberstufenschüler auf den Vortrag.

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