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16.10.2008 von Jeremias.
Wer genau hinsieht kann es sehen: Das Kreuz im Fenster der Zeit. Diese Aufnahme, die ich im Kloster Admont aufgrund der Lichtverhältnisse machen konnte, regt große Nachdenklichkeit in mir an! Jeder Tag ist ein Tag weniger vom Rest meines Lebens. Mit der Geburt beginnt einerseits das Geschenk des Lebens und gewinnt Gestalt, gleichzeitig aber verrinnt die Zeit, läuft rückwärts…
Was mache ich aus meinem Leben? Kann ich meine Zeit und meine Talente sinnvoll nutzen? Bringe ich mich ganz ein? Was kann ich überhaupt?
Beides muss der glaubende Mensch im Blick haben. Das Geschenk der Zeit und das Geschenk des Glaubens. Für das eine - den Glauben - vermag er sich zu entscheiden. Er kann sich für oder gegen Gott entscheiden. Er kann sich für das eine Ausrichtung auf Gott hin oder dagegen entscheiden. Er kann Gott verleugnen, ablehnen. In seiner Freiheit kann der Mensch dies.
Er kann aber auch den Glauben als Deutung des Lebens, als “Übersinn” (Viktor Frankl) annehmen. Er kann sich in der Spannung von “irdischem und himmlischen Menschen” (Karlfried Dürckheim) bewegen und sein SELBST entdecken. Die Schwierigkeit ist, dass wir in der Kürze der uns geschenkten Zeit durch alle ICH-Rollen, die wir spielen und uns aneignen und SELBST finden müssen!
Doch wofür wir uns nicht entscheiden können ist die Zeit. Sie läuft, sie vergeht, manchmal gefühlt schneller, manchmal gefühlt langsamer. Aber sie vergeht. Im Psalm 90 heißt es: “Unser Leben währet 70 Jahr, wenn es hochkommt sind es 80. Das Beste daran ist nur Mühsal und Beschwer.” - Aber wir können die Zeit nutzen! Jede Minute können wir füllen. Mit Sinn und Sinnsuche.
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