Der goldene Fallschirm

114.JPGAdmont, 9.20 Uhr

Ich chatte mit meinem Firmpatensohn. Er hat Jura studiert. Wir diskutieren gerade über die Börsenentwicklung. Den großen Reichen wird es nichts ausmachen. Die haben ihren goldenen Fallschirm - sagt er. Ja, so mag es sein. Aber landen sie dennoch weich auf dem Boden, wenn sich der Abgrund auftut und sie das Höllenfeuer verschlingt? Was nützt ihnen die materielle Absicherung, wenn sie doch letztlich alles an wirklich edlem und wahrhaftem Glück verspielt haben? Die Seele haben sie verkauft an die Börse! Zu hohen Preisen! Wir gleichen dem Bauern des Evangeliums, der seine Ernte in einen neue Scheune einfährt. Doch in der Nacht ereilt ihn das Wort des Herrn: “Du Narr, noch heute Nacht wird dir das alles genommen. Wem nützt es dann, dass du es anhäufst!” - oder wie es im Psalm heißt: “Wenn euer Reichtum auch zunimmt, so verliert doch nicht euer Herz an ihn!” - Wir haben an der Börse die Seele verkauft, ich sags noch mal.

Was ist die Alternative? Die alten Werte müssen aus der verstaubten Kiste heraus, sonst enthumanisieren wir diese Erde. Was nützt es, wenn wir den Dollar und Euro klingeln hören, wenn der Rubel rollt und rollt, aber die Stimmen menschlicher Nähe und Liebe verstummen in uns!

Ich glaube fest an die Werte und Tugenden der Ehrlichkeit und Klugheit, der Weisheit und Menschenliebe. Daran sollten wir bauen. Das “Haus Europas” könnte eine wunderschöne Kathedrale sein, eine Kathedrale der Menschlichkeit.

Auch wenn ich hier im Tal für ein paar Tage bin, zwischen Bergen und wunderschönen Wäldern, die Wirklichkeit ist auch hier wirklich.

Das Bild zeigt eine Skulptur von Josef Stammel, wie sie sich in der Admonter Klosterbibliothek befindet. Ein Holzschnitzwerk mit Kupferpuder überzogen. Stammel stellt hier den Teufel dar, der den Menschen in den Schlund des Elends hinabzieht. Ob uns da der Goldene Fallschirm noch retten kann?

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