Die Sache mit dem Geduldsfaden

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Wenn jemandem der Geduldsfaden reißt oder ein Mensch auf die Geduldsprobe gestellt wird, wenn Ihre Geduld am Ende ist oder Sie die Geduld verlieren – dann spüren Sie, dass dieses Gefühl eine gewisse Unruhe hinterlässt. Patienten sind in der Regel selten geduldig, nicht umsonst ist die Übersetzung für Geduld das lateinische Wort „patientia“. Von Geduld hat man in der deutschen Sprache das Wort „dulden“ abgeleitet, das heißt, man lässt etwas geschehen oder hält es aus, dass etwas geschieht.

Das Wort „Geduld“, das Martin Luther oft in seiner Bibel mit Langmut übersetzt, kommt vom altgermanischen „ga-thuldis“ und hat mit „tragen“ bzw. „ertragen“ zu tun. Geduld ist etwas anderes als Langmut.

Im Wort Geduld drückt sich demnach aus: dass ich etwas ertragen kann, aushalte, vielleicht sogar erleide. Im Jakobusbrief findet sich eine Passage, welche die Gemeinde zur Geduld aufruft. Es heißt dort: „Darum, Brüder (und Schwestern), haltet geduldig aus bis zur Ankunft des Herrn! Auch der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde, er wartet geduldig, bis im Herbst und im Frühjahr der Regen fällt. Ebenso geduldig sollt auch ihr sein. Macht euer Herz stark, denn die Ankunft des Herrn steht nahe bevor … Wer geduldig alles ertragen hat, den preisen wir glücklich. Ihr habt von der Ausdauer des Hiob gehört und das Ende gesehen, das der Herr herbeigeführt hat. Denn der Herr ist voll Erbarmen und Mitleid“ (Jak 5,7–11).

Am heuten 30. November gedenkt die Kirche des Apostels Andreas. Sein Tod an einem X-förmigen Kreuz, dem Andreaskreuz, stellte ihn auf eine harte Probe. Er ertrug und erduldete diese Qual für seinen Glauben, für die Überzeugung, dass Gott ein Gott des Lebens ist. Ich wünsche Ihnen heute viel Geduld – mit sich selbst und den anderen. Auch im Leid.

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