Archive für 2.10.2007

Jeder Mensch braucht einen Engel

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„Ich war wohl zu schnell für meinen Schutzengel“ sagte dieser Tage der Augsburger Bischof Walter Mixa, der mit seinem Rennrad stürzte und sich den rechten Arm brach. Da kommt so ein alter Spruch gerade recht: Man soll eben nicht schneller fahren, als der eigene Schutzengel fliegen kann…
Jeder Mensch braucht einen Engel, aber nicht die barocken Puttenengelchen im Schaufenster oder in weißen Gewändern mit blondem Haar, sondern die wirklichen „anggeloi“, die Botschafter Gottes. Sie verzichten auf großartiges Auftreten mit Pauken und Trompeten, sie werden nicht vom Himmel nach unten gebeamt, sie sind einfach da. Sie haben auch einen Engel. Hundert Prozent!

Warum ich Ihnen das alles erzähle? Heute denkt die katholische Kirche in ihren Gottesdiensten besonders an die heiligen „Schutzengel“. Eine Engel-Lehre gibt es nicht, selbst wenn hier und da konservative bayrische Kreise immer wieder ganze Systeme von Engeln entwerfen. Das hat der jetzige Papst schon vor Jahren noch als Kardinal in der Glaubenskongregation eindeutig untersagt, denn: darüber gibt es keine biblischen Erkenntnisse.
Und den klassischen Schutzengel gibt es auch erst seit dem 16. Jahrhundert. Immer, wenn durch Gott etwas weiter in die Ferne gerückt ist, haben sich Menschen nach himmlischen Wesen an ihrer Seite gesehnt. Manchmal waren das die großen Heiligen, manchmal Maria, und sehr oft und auch heute wieder Engel. Und so ein Engel drückt die Sorge Gottes um uns aus! Ich denke, dass gerade in einer technisierten und aufgeklärten Welt ein Engel auch an das Unsichtbare erinnert, an Gott. Schließlich ist ein Engel ein Botschafter Gottes. Ich bin da. Sagt Gott. Und mein Engel soll dich darin erinnern.

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